Rollentraining für Triathleten

Produkttest: Rollentrainer Kinetic Rock and Roll

Die Feature-Liste vom Rock 'n Roll Trainer klingt schon so richtig super und zu dem wird Ironman Gewinner Frederik van Lierde schon wissen, was gutes Equipment ist. Der Test des Schwimmstrecke Ironman HawaiiKurt Kinetic Rock Roll Trainer von Kinetic wartete mit folgendem Setup aufwarten

  • extra großes Schwungrad Fly Wheel für mehr Laufruhe
  • inRIDE Bluetooth Watt Meter mit HR-Gurt
  • passende App inRIDE für das Tracking

Aufbau

Der Aufbau verlief unproblematisch, in 10 min steht das Bike drin. Die Schnellspannvorrichtung eignet sich zum fixen Auf- und Abspannen. Der Anpressdruck der Widerstandseinheit an das Hinterrad wird durch eine Schraubvorrichtung gemacht. Das Handbuch verrät, dass das Hinterrad exakt mittig einspannt werden muss, sonst hat der Fahrer die ganze Zeit Schieflage. Minimale Abweichungen lassen sich durch Querstellen des Lenker gut korrigieren.

Die Montage vom Bluetooth Sensor dient dann dazu, die Daten vom Rollentrainer kabellos an die App auf iPhone oder iPad zu übertragen. Wichtig vorher, bei einer langen Ausfahrt auf den Akku achten. Bei 10% Akkuladung wird es eine eher kurze Ausfahrt von 40 Minuten.

Fahreigenschaften

Der Rock 'n Roll gibt schon beim ersten Aufsetzen ein realistisches Fahrgefühl durch die Seitbewegungen. Zuerst denkt man, dass man da gleich auf der anderen Seite heruntersegelt, aber das Gefühlt gibt sich schnell wieder. Die Querbewegung sind wirklich realistisch, da bekommt selbst die Brustmuskulatur was ab.

Mit dem aufgeschraubten Fly Wheel wird beim Anfahren ein authentisches Gefühl erzeugt, je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Widerstand entsteht. Wenn mal mal richig in Schwung ist, will man gleich reinhauen und es rollen lassen. Im Vergleich zu den ersten 2 Fahrten, hat sich das ganze jetzt irgendwie besser eingegrooved, denn die Schwingungen, die auf das Rad übertragen werden, sind weniger geworden, aber immer noch merklich.

App statt Trainingscomputer

Richtig fortgeschritten und modern ist die App (available in App-Store). Die Bedienung ist intuitiv, die aktuelle Version ist ausschliesslich auf englisch und für iPhone optimiert. Die HD-Version für Tablet ist wünschenswert. Die Konfiguration vom Zubehör über die App dauert nur wenige Minuten. Nach Montage des Bluetooth Senders an dem Rollentrainer ist das Gerät “inRide Watt Meter” sichtbar und wird connected. Das Fly Wheel wird als vorhanden vermerkt und der HR-Gurt wird nach Anlegen gesucht und gefunden.

Kalibrierung und Spindown-Test

Nach dem Einrollen muss der Spindown-Test zur Konfiguration durchgeführt werden. Im einzelnen ging es darum, moderat auf 21 mph zu beschleunigen und dann Beine “hängen lassen” (leichte Übung ;)). Die Zeit bis zum Abbremsen wurde gemessen und das Ergebnis musst in einer gewissen Zeit erfolgen, wenn nicht wird einem angezeigt, ob die Feststellfeder zu stark oder zu schach angezogen war. Nach 4 Anläufen ist die “Calibration Complete Übung” gemeistert.

Trainingsseiten

Die Anzeige während des Trainings mir der InRide App sind gut durchdacht und wohl auf die Anforderungen der meisten Athleten passend abgestimmt:

  • Momentane Wattleistung (mit Bereichsanzeige)
  • Trittfrequenz, Herzfrequenz, Geschwindigkeit
  • Entfernung und Zeit.

Während des Trainings lassen sich wie bei meinem Radcomputer die Runden bzw. Intervalle splitten, womit man in der späteren Auswertung dann wie gewohnt die Runden analysieren kann.

Sharing

Deine Trainingsfreunde sind natürlich ganz heiss bzw. werden erschrocken sein, deine Wattkurven zu sehen 😉 Da liegt es nah, die Trainingseinheit auf den jeweiligen Trainingsplattformen upzuloaden und von dort z.B. auf facebook zu sharen. Die Konfiguration ermöglicht unterstützte Trainingsportale, aber auch ein einfacher export in eine .tcx-Datei geht z.B. per mail oder auf dropbox.

Fazit

Im Vergleich zu bisherigen starren Rollen ist diese vom Fahrverhalten um Längen besser, die Technik mit App und Co. modern. Wer allerdings konkret auf Leistung trainiert, wird ein wenig von den gemessenen (errechneten) Werten enttäuscht sein, weil diese im Vergleich nicht akkurat sind. Cadence-Messung dafür top. Die App ist nur auf englisch, dürfte aber die wenigsten versierten Nutzer (Zielgruppe) stören.

Was wir GUT finden

  • interessantes Realitätsgefühl durch seitliches Neigen und Vor- und Zürückbewegung
  • einfache Montage und gute Stabilität der Rollentrainer Einheit
  • Sehr gute App und Verknüpfung des Equipments
  • optionales Schwungrad fördert sehr gutes Fahr- und Rollgefühl

Wünschenswert

  • genauere Leistungswerte (aber konstante Abweichung)
  • Vibrationen der Einheit zu hoch
  • besseren Schnellspanner zum Einbau Hinterrad
  • zum Transport ungeeignet, etwas kleinere Abmessung
  • ANT+ Konnektivität, um direkt auf Garmin und Co. zu übertragen

Redaktion

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