Toms Triathlon Blog

Tag 10 – Königsetappe bei Bettlerwetter

Heute wird der Blog lang, denn diese Tour wird mir noch lange nachwirken… Gestern war ja ein Rad-Ruhetag, weil das Wetter erst am 16 Uhr gemütlich wurde. Beim Frühstück habe ich keinen Wetterfrosch getroffen, der mir von dieser Tour hätte abraten können, daher positiv denken und Wetter wird schon gehen.

Nach Frühstück auf zum Radkeller und dort “same procedure as every day”, zum Sammelpunkt, wo sich auch schon andere Radler eingefunden haben, die standen alle unter dem Dach, denn es hat schon getöppelt (kosewort für: getröpfelt). Jedenfalls Gruppensortierung heute neu, da Marko gesundheitliche Probleme hatte und daher hat Daniel die Tagestourleitung übernommen. Wir wurden mit mir 7 Ehrgeizige, die dann einfach losgefahren sind. Am Start hat der Campleiter Worte wohl noch gesagt “heute wird eh nur kurz gefahren, da ja die Wetterlage das nicht zuläßt”. Naja, mental mal auf eher kürzere Runde eingestellt, ABER von der Gruppe hat das wohl keiner so recht.

Die Tour war ja heute als längste von allen Runden geplant, von C’an Picafort, Muro, Santa Maria, Valdemossa, Andratx und zurück. Dabei wesentlich das es ab Valdemossa kein zurück sondern nur hoch geht.

Nach dem Start ging es jedenfalls gleich los mit leichtem Regen, es spritzte so fröhlich nass vor sich, hinter sich und auf sich hin, schien auch von der Temperatur 12 Grad ok. Entlang der Gemüsestrasse war das herumfliegende Wasser eher so, als wenn meine Tochter mit dem Wasserschlauch in den Sandkasten hält und Du dahinter stehst – Gesichtspeeling gratis!

Nachdem dann die Gruppe Valdemossa erreicht hat und ich mich dann gefragt habe, ob ich der einzige bin, der hier mit Wasser getränkt bin, war dann die Frage von Daniel: rechts nach Puig Major (schwarz-wolkenverhangen und sicherlich auf der Höhe ar***kalt) mit ca. 160 km oder geradeaus wie geplant nacht Andratx mindestens 190 km? Gruppe ohne Vetorecht: geradeaus, da schien es zumindest noch erträglich.

Dann war für mich klar, das stehende Gewässer in meinen Schuhen werde ich nicht mehr los, die Hose auch sicher nicht mehr trocken. Ja, dann ging die Quälerei die Berge hoch und runter seinen Gang. Herunter war noch schlimmer als hoch, weil die Luft bergab so gezogen hat, dass die Schuhe gen Eishalle tendierten. Berghoch war dann von der Kälte (8 Grad) und Nässe (nur ab und zu schauer, sonst nasser Belag der immer wieder nach oben transportiert wurde) wohl eine schlechte Alternative.

Nach 5:45 h erste und einzige Pause an der Tanke, dort Wasser auffüllen und bei einem grossen Schluck Cola (Daniel hat 1 Liter Cola auf ex!) die Lage vor Augen führen: Es sind noch mindestens 60 km, als frühestens 18 Uhr zurück!

Die Worte von Daniel O-Ton “Der Charakter wird auf dem Rückweg geformt!” werde ich mir merken. Sein Wattometer (keine ahnung wie das geschrieben wird) zeigte auf dem Rückweg im schnitte 270 Watt an, denn wir wollten schnell zurück. Jedenfalls haben vorne unsere 2 Zugmaschinen Daniel und Marko das Tempo gemacht, nochmal vielen vielen Dank dafür, ihr seid tolle Pacemaker.. Marko hatte sogar schutzbleche, da spritze es nicht so sehr!

Nach Hauptstrassen-Rückweg (kürzester Weg nach Dijkstra) mit geschätzten 30’er schnitte sind wir punkt 18.00 Uhr zurück gewesen. D.h. wir haben 7:40h für 208 Kilometer mit 2100 Höhenmeter gebraucht, macht 27 km/h im Schnitt!

Bei den Fotos bitte mal das dritte genau beachten, da sieht man deutlich die Bergarbeiter-Gesichtsfarbe, nur die kleine Stirnlampe fehlt noch.

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