Toms Triathlon Blog

Rennbericht Mallorca 2015 – Tom Stark

Langdistanz 2015 – Klappe die 2. Was man im Frühjahr beginnt, muss man im Herbst abschliessen – ok, ich verschone euch mit Triathlonweisheiten.. Es ging im September relativ spontan noch mal nach Alcudia zum “ballern man”. Es hat sich ergeben, weil ich die Tage zuvor auf einer Konferenz in Barcelona war und die Restform noch geniessen wollte.

Genial – bei der Ausfahrt vom Port de Barcelona – war das Feuerwerk, welches zum Abschluss der Festlichkeiten des katalonischen Nationalfeiertags gehalten worde – das wäre es nicht nötig gewesen 😀 Von Barcelona nämlich nachts mit einigen LKW und Rucksacktouristen in extrem unbequemen Ruhesesseln auf dem Meer herumzuschippern. In der Früh um 5.30 Uhr ist es auch auf der Insel noch ruhig und ich kam mit dem Taxifahrer ins Gespräch, der schon einige “crazy Triathleten” auf der Insel chauffiert hat und als Local mir gute Wetterbedingungen voraussagte.

Interessant – beim Einrollen auf dem Rad (60k) bemerke ich, dass ich mich nicht nach rechts drehen konnte, weil ich dank der unbequemen Nacht einen steifen Hals hatte. Eine echte Lösung ausser einen Spiegel auf TT Bike zu montieren habe ich nicht eruieren können. Daher Blick nach vorn und laufen lassen.

Ironman Mallorca

Der Renntag in Alcudia liess sich gut an, viele Gleichgesinnte in Neopren stehen am Strand und schauen den Profis beim Start zu, bevor sich dann die über 2000 Starter zu einem Schwimmstart aufstellen.

Na, das mit dem Rolling Start war eher unglücklich weil die Startlinie viel zu breit angelegt war. Im Herdenprinzip will jeder nach vorne und ja, rollender Start hat funktioniert, man wurde überrollt. Noch nach 300 Metern wirst du überschwommen, 2 vor dir und von hinten 2 über dich drüber. Quetschkomode nix dagegen. Dann war es auch eher entspannend beim schreiten durch das flache Wasser und dem Landgang. (Betonung liegt auf Gang).

Ja, schwimmen mit über 1h verdrängt, jetzt auf in die kilometerlange Wechselzone und raus aus Alcudia Richtung Süden. Tachonadel über 40 und erst nach km 30 wirds voll aber ich versuche immer wegzukommen. 3 Mitstreiter, davon ein Profi der sich hier irgendwie hinverirrt hat, sehe ich öfters, die ich aber auch immer wieder überhole und versuche abzuhängen… Der Belgier Arnauld überholt mich mal wieder und ehe ich es bemerke, nimmt er seine Nutrition ernst und wird langsamer, ich rolle auf und setze zum Überholen an.. Neben mir ein Kampfrichter auf dem Motorrad zeigt mir ne blaue Karte.. Nein, hier mache ich keine Debatte – nach 10 Minuten Monotonie beim Fahren Richtung Can Picafort teilt mir der Belgier mit, dass es wohl ungerecht sei, dass gerade ich hier bestraft werde.. Tja, hilft mir jetzt auch nicht weiter.

Penaltybox und Zaungäste

Anhalten bei Kilometer 90 – Penaltybox und Nummer ziehen? Mh, ok. bekomme einen handschriftlichen Code mit dem ich 200 meter weiter in eine Liste eingetragen werden. 2 min rum .. Dann ist da auch mal Hektik, weil einige Athelten wohl direkt eingefahren sind. Jetzt stehe ich hier und singe und keiner bietet mir Ültje an.. Nur so mallorkinische Strandrobben die wissen wollen, warum wir hier stehen und nicht mit den anderen mitfahren.. Mir fehlen die Worte ..

Jedenfalls zum “Checkout”, dort noch mal ne Liste eintragen unterschreiben .. ach, das waren 8 minuten pain, aber ich habe bis hier einen Schnitt von 37,5km/h ..

Jetzt geht die Radstrecke ja eigentlich los, die 1200 Höhenmeter waren bisher auch nur angerissen.. Meine Radfahrlust auf Mittelmass, die Abfahrt beim Kloster Lluc schon cool, weil autofrei und Kurven schneiden erlaubt 🙂

Ok, Haken an die vermurkste Radzeit und ich bin gespannt, wie ich die Laufstrecke mit 4,5 Runden durchstehe – also durchlaufe. Ohne Uhr und Puls ist alles cool – Lagecheck der Wendepunkt, das erste entlang der Strandpromenade. Und es gibt Eiswürfel, wie cool die sind weiss ich seit Lanza zu schätzen und nutze sie.

Der Versuch mit fester Ernährung wird abgehakt, nur noch flüssig. Und ich tue es, Cola! Ab km 5 Cola.. Tom, der sonst nie welches trinkt.

Ok, nach der zweiten Runde habe ich nen Runners-High? Was war in dem schwarzen Getränk? Nene, ich muss mich bremsen, gefühlt ist das noch zu lang für das Tempo..

Runde 3 immer noch zu schnell. Das läuft aber gut. Kurzer Aussetzer, ich stehe bei km 28 – mir dreht’s.. Was ist los? Kurz aufstossen, Magenkrummeln – Check, weiter gehts.

Runde 4 – jetzt ist der Countdown, ich will es hinter mir haben, schritte werden etwas kürzer aber noch flüssig. Jetzt wird die Promenade länger – aber mental kommen jetzt die Ausreden – an diese Stelle nur noch ein mal und dann ist Erlösung.

Bei den Cafés am Hafen – nene, mein lieber Zigarrenraucher, dich sehe ich das letzte mal 🙂

Und jetzt die Schlussrunde..

Jetzt kippe ich mir nur noch jede 2. Verpflegung was in den Rachen, jetzt beisse ich und habe viel zu tun an den Läuferhorden vorbeizukommen, das ist der Moment wo es die Auflaufunfälle in der Verpflegungszone gibt und die standing ovations .. Im Zick-Zack-Lauf geht es an der herrlichen Promenade weiter und ich rufe mir den Platz frei.. Yeah, ich darf abbiegen und das ist meine Zielgerade. Ich brauche hier keine Rangeleien mehr befürchten – Done!

Großartig die Strandliegen – hinein sinken und geniessen. Das war rein netto mit mit 9:41h meine persönliche Bestzeit over all und erst im Nachhinein wurde mir klar, mit einer 3:19h Marathonzeit habe ich unter 200 Minuten Laufspass hinter mir ..

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